Aktuelle Erfahrungen einer IT-orientierten IFKA-Maßnahme in den USA sowie deren internetbasierte Vorbereitung und Ergebnissicherung auf der virtuellen Lernplattform Glabal Campus 21
Ralf von den Steinen, Deutsche Bank AG, Frankfurt am Main
Im Frühjahr 2001 nahmen 15 Personal- und Ausbildungsleiter verschiedener Firmen und Kammern aus ganz Deutschland an einer IFKA-Maßnahme in den USA teil. Auf dieser Reise lernten die Teilnehmer den Einsatz der IT-Technologie in der beruflichen Bildung der Vereinigten Staaten kennen und konnten sich ein Bild davon machen, wie groß dort insgesamt die Akzeptanz vom Multimedia ist.
Vor- und nachbereitet wurde dieser Internationale Fachkräfte-Austausch mit Hilfe der internetbasierten, mehrsprachigen Lernplattform Global Campus 21 (gc21.inwent.org). Global Campus 21 ist eine Initiative der Carl Duisberg Gesellschaft (CDG) und der Deutschen Stiftung für internationale Entwicklung (DSE).
Vorbereitung der IFKA-Reise mit Hilfe des Global Campus 21
Der Global Campus 21 besteht aus einem öffentlichen Teil sowie der geschlossenen Benutzergruppe my Campus 21. Im öffentlichen Teil finden sich unter anderem Informationen und Chat-Rooms für ehemalige Stipendiaten aus Entwicklungsländern, Experten-Datenbanken und Online-Lernprogramme.
Die IFKA-Teilnehmer arbeiteten mit der geschlossenen Benutzergruppe. Die Voraussetzungen dazu wurden während des Teilnehmer-Treffens vor der USA-Reise geschaffen.

Ralf von den Steinen |
Die Teilnehmer nutzten die Applikation intensiv zur Vorbereitung der Reise. Besonders schätzten sie die interaktiven Chat-Foren. Auf der Pinnwand und in der Diskussionsecke wurden während der sechswöchigen Vorbereitungszeit der Reise 120 Beiträge veröffentlicht, die von der Planung von Internet-Konferenzen bis zu allgemeinen Reisevorbereitungen reichten.
Während der Reise veröffentlichten die Teilnehmer außerhalb des Global Campus ihre Reiseerinnerungen und Fotos in einer geschlossenen Benutzgruppe im Internet.
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Dadurch konnten Kollegen und Bekannte in Deutschland zeitnah am Programm partizipieren. Während der zweiwöchigen Reise wurden die Bilder 2.200 Mal abgerufen.
Beobachtungen während der Reise
Die Informationstechnologie hat das tägliche Leben der Amerikaner tief greifend verändert. PC, Internet und E-Mail sind für viele US-Bürger absolut selbstverständlich und allgegenwärtig. Sie haben nicht nur die Freaks im Silicon Valley und in den wirtschaftlichen Ballungszentren, sondern breite Bevölkerungsschichten und alle Altersstrukturen erfasst. Nach neuen Erhebungen haben 43 Prozent der amerikanischen Bevölkerung einen Internetanschluss zu Hause oder am Arbeitsplatz.
Das Internetangebot ist riesig. Geldgeschäfte, Arbeitsplatzsuche oder Fortbildung: Alles geschieht per Internet.
In diesem Business ist es überlebens-notwendig, als First mover in einer Nische einen signifikanten Wettbewerbsvorsprung herauszuholen, um sich in einem rasant wandelnden Markt durchzusetzen und zu behaupten. Trotz allgemein eklatanter Kursrückgänge an den Börsen seit Frühjahr 2000, hat sich das Kapital in diesem Bereich innerhalb der letzten drei Jahre verdreifacht.
Insolvenzen und Geschäftsaufgaben in der Internet-Branche, aber auch eine generelle Tendenz zum Job-hopping führen zu häufigen personellen Veränderungen. Beim Jobwechsel wird in den USA nur partiell Wert auf Abschlüsse und Titel gelegt. Viel wichtiger sind praktische Erfahrungen und deren Nachweis durch anerkannte Zertifikate. Die richtige Grundeinstellung für einen Arbeitnehmer ist: zügig und professionell ein hochwertiges Ergebnis abzuliefern. Moderne Informations- und Kommunikationstechnologie sorgt dafür, dass man seine Arbeit örtlich und zeitlich ungebunden erledigen kann, fördert also das Unternehmertum am Arbeitsplatz.
Der Arbeitsmarkt für qualifizierte IT-Arbeitskräfte ist nahezu leer gefegt. Die Unternehmen müssen sich anstrengen, um gutes Personal zu finden. Darum sponsern sie zielgerichtet und in großem Umfang die Qualifizierung von Nachwuchskräften in Universitäten und ausgewählten Colleges (Industry in the classroom), um Top-Performer frühzeitig als Mitarbeiter an sich zu binden. Die Colleges verstehen sich als Bestandteil der Wirtschaft und agieren sehr kundenorientiert als Dienstleister für die Industrie.
Fortschrittliche Schulen wie die New Technology High School in Napa/Kalifornien unterrichten nach neuen didaktischen Ansätzen. Lehrer und Schüler pflegen einen partnerschaftlichen Umgang. So besprechen die Lehrer zu Beginn des Schuljahrs mit den Schülern die Ziele der Jahrgangsstufe und legen gemeinsam die methodisch-didaktische Realisierung fest. Das fördert die Selbstverantwortung der Schüler. Die qualitäts- und termingerechte Fertigstellung von Projektaufgaben rangiert vor strengen Disziplin-Vorgaben. Dadurch lernen die Schüler Zeitmanagement und Selbstdisziplin.
In der New Technology High School in Napa sind multimediale Anwendungen und fachrelevante Internet-Recherchen integraler Bestandteil des Lehrplans. Die Klassenräume vereinen herkömmliche Raumaufteilung und Multimedia wie PCs und Beamer. Dabei teilen sich 210 Schüler 150 PCs, der Unterricht scheitert also nicht an fehlendem Werkzeug. Hard- und Softwarefirmen müssen sich sogar bewerben, wenn sie ihre Produkte in der Schule platzieren wollen. Um die Pflege von Hard- und Software kümmern sich Schüler und Lehrer in einem gemischten Team. Auch hier wird die Selbstverantwortung gefördert, mit dem Erfolg, dass die Schüler stolz darauf sind, ihre Schule interessierten Besuchern aus dem In- und Ausland präsentieren zu dürfen.
In vielen amerikanischen Bildungseinrichtungen werden handliche Laptops mit drahtlosen Internet-Modems eingesetzt. Dadurch erübrigt sich die Einrichtung spezieller PC-Schulungsräume, die Infrastruktur kann flexibel genutzt werden, und IT lässt sich problemlos in den Unterricht integrieren. Auch superschnelle Datenhighways zu erschwinglichen Preisen begünstigen das online-basierte Lernen.
In den USA geht allgemein der Trend weg vom Lehrer-gesteuerten und –kontrollierten Unterricht hin zum dynamischen Lerner-zentrierten Lernen, bei dem der Lernende selbst Ort, Zeit und Rahmenbedingungen bestimmt.
Nachbereitung und Ergebnissicherung im Internet
Auch für die Nachbereitung nutzen die IFKA-Teilnehmer wieder den Shared Workspace des Global Campus 21 und hinterlegten Fach- und Transferberichte auf der Internet-Plattform. Der Vorteil: Die Dokumente sind für alle aus der Benutzergruppe sofort verfügbar. Wesentliche Beiträge über die USA-Reise wurden vom geschlossenen Bereich in den öffentlich zugänglichen Teil übertragen, so dass sie jetzt den Fachkräften der beruflichen Bildung weltweit zur Verfügung stehen (Details auf der Internetseite des IFKA www.inwent.org/ifka, Untermenü Ergebnisplattform).

Abrufbar sind Teilnehmerberichte zu den Bereichen:
- E-Learning
- Knowledge-Management
- Vor- und Nachteile des Recruitings per Internet
- Testen und Zertifizieren von Qualifikationen
- Industry in the classroom
- Kontinuierlicher Verbesserungsprozess
- Existenzgründungen in den USA
Ebenfalls frei abrufbar sind die Aktionspläne IT im Qualifizierungssystem und Wissenschaftliche Analysen des Bildungssystems.
Die Teilnehmer der IFKA-Reise werden auch weiterhin über Global Campus 21 Informationen austauschen.
Fazit: Der Global Campus 21 hat sich als interaktives Medium für die Vor- und Nachbereitung des IFKA bewährt.
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Ralf von den Steinen :
Es bietet sich für alle IFKA-Maßnahmen an, das Potential von Global Campus 21 zu nutzen. Es ist wünschenswert, dass Global Campus zum Standard des web-basierten Informationsaustauschs in der Berufsbildung wird. Als Diskussionsforum für alle und zum Nutzen aller.
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Informationen im Internet und interessante Links:
Bundesministerium für Bildung und Forschung
www.bmbf.de
Carl Duisberg Gesellschaft
www.cdg.de
Global Campus 21
www.gc21.de
Internationaler Fachkräfte-Austausch
www.ifka.cdg.de
mediadesign akademie (E-Learning-Anbieter)
www.mediadesign.de
New Technology High School, Napa/Kalifornien
www.nths.nvusd.k12.ca.us
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