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IFKA - KONFERENZ 2001


Konferenz 2001 > Resümee

Internationaler Innovationstransfer und berufliche Qualifizierung

Internationaler Innovationstransfer
und berufliche Qualifizierung


am Beispiel des Internationalen Fachkräfte-Austausches in der Berufsbildung (IFKA)

Berlin, 18. - 19. Oktober 2001
IFKA-Konferenz-Berlin

Dokumentation 2001


Resümee:
Internationale Berufsbildung macht fit für den Wettbewerb



„Entwicklung geht vom Menschen aus“ – der Internationale Fachkräfte-Austausch (IFKA) beweist, wie zutreffend dieses Motto der Carl Duisberg Gesellschaft (CDG) e.V. ist. Die Konferenz „Internationaler Innovationstransfer und berufliche Qualifizierung am Beispiel des Internationalen Fachkräfte-Austausches in der Berufsbildung (IFKA)“, zu der das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Carl Duisberg Gesellschaft im Oktober 2001 nach Berlin einluden, zeigte, wie viel Neues der Austausch zwischen Menschen aus unterschiedlichen Ländern und mit unterschiedlichen Erfahrungshintergründen hervorbringen kann.

Der Internationale Fachkräfte-Austausch als Ideengeber für Innovationen in der Berufsbildung stand im Mittelpunkt der Konferenz. Seit 23 Jahren fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem IFKA-Programm (siehe „Das ist IFKA“) den grenzüberschreitenden Austausch in der Berufsbildung. Deutsche Fachkräfte der beruflichen Bildung lernen im Ausland Qualifizierungssysteme kennen; ihre ausländischen Kollegen sammeln Erfahrungen in Deutschland.
Auf der von BMBF und CDG ausgerichteten Konferenz zogen die Berufsbildungsexperten Bilanz: Was hat der IFKA der deutschen Berufsbildung gebracht? Und was konnten andere von uns lernen?

IFKA-Konferenz Berlin 2001

Sie formulierten aber auch neue Ansprüche: Will der IFKA zukunftsfähig bleiben, muss er sich immer schnelllebigeren Trends, Methoden und Inhalten der beruflichen Bildung ebenso stellen wie den Anforderungen des „life long learning“.

Erfahrungen werden genutzt

Die Bedeutung internationaler Qualifizierung wächst, darin waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz einig. Angesichts der Globalisierung und des Zusammenwachsens der EU genügt es nicht mehr, lediglich die eigene Sprache zu sprechen und nur die eigene Arbeitsweise und den einheimischen Markt zu kennen. Als Exportnation ist Deutschland besonders auf gute Kontakte zum Ausland angewiesen.

IFKA-Konferenz Berlin 2001

Über die berufliche Qualifizierung in anderen Ländern erfährt man nirgendwo mehr als vor Ort. Dies betonten IFKA-Teilnehmer immer wieder.

Sie nannten viele Beispiele dafür, wie sie ihre Auslandserfahrungen umgesetzt und Kontakte genutzt haben.

So schilderte Jörg Strathmann von der Handwerkskammer Ostwestfalen/Lippe zu Bielefeld, wie die Kammer innerhalb weniger Jahre ein europaweites Ausbildungsnetzwerk geknüpft hat. Rumiana Taulova vom Ministerium für Bildung und Wissenschaft in Sofia stellte dar, welche Impulse das bulgarische Berufsbildungssystem durch den IFKA erhielt.

Neue Herausforderungen

Die positiven Erfahrungen verstellen aber nicht den Blick auf neue Herausforderungen in der internationalen Berufsbildung. Sie wurden in Diskussionsforen mit den Schwerpunkten Auslandserfahrung, Mobilitätsprogramme, IT-Qualifizierung und Berufsbildungsmarketing erörtert. Eine zentrale Frage kristallisierte sich in allen Diskussionsforen heraus: Wie bleibt die deutsche Berufsbildung im globalen Markt wettbewerbsfähig?

Berufliche Bildung ist ein Standortfaktor im Wettbewerb der Industrie- und Exportnationen. Zwar ist das deutsche duale Ausbildungssystem überall hoch angesehen, aber nicht ohne Konkurrenz. Auch in anderen Ländern werden hoch qualifizierte Kräfte ausgebildet.

Es kann sich also für Deutschland lohnen, Ideen aus dem Ausland aufzugreifen – ohne gleich das bewährte duale Berufsbildungssystem grundlegend zu ändern.

International ausgerichtete Qualifizierung stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe.

IFKA-Konferenz Berlin 2001

Sprachkenntnisse, interkulturelle Kompetenz und internationales Fachwissen der Mitarbeiter sind unabdingbar, wenn ein Unternehmen Geschäfte mit ausländischen Partnern machen will. Während manches größere Unternehmen Internationalisierung – auch in der Ausbildung – zur Firmenphilosophie erhebt, können Auszubildende in kleineren und mittleren Betrieben kaum internationale Erfahrungen sammeln.

Chancen und Risiken

In der Informationstechnologie (IT) ist der Qualifizierungs-Wettbewerb besonders hart. Die Technologie verändert sich so schnell, dass starre Bildungssysteme mit der Entwicklung nicht Schritt halten. Mehr Flexibilität in der Berufsbildung ist deshalb gefragt.

IT kann Qualifizierung unterstützen. Im IFKA hat sie sich bereits bewährt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer IT-orientierten IFKA-Maßnahme nutzten Global Campus 21, die Internettplattform für Weiterbildung und Wissensaustausch der Carl Duisberg Gesellschaft und der Deutschen Stiftung für internationale Entwicklung (DSE), zur Vor- und Nachbereitung ihrer Reise. Die Ergebnisse ihrer Studienreise veröffentlichten die Teilnehmer ebenfalls im Internet – Know-how-Transfer in ganz neuen Dimensionen wird damit Realität.

Bildungsanbieter können mit Hilfe moderner Informations- und Kommunikationstechnologie ihre Dienstleistungen ortsunabhängig offerieren. Aus- und Weiterbildung jederzeit und überall – dieser Trend ist vor allem in den USA zu beobachten, wo die Lernenden zunehmend selbst bestimmen, wann und wo sie ihr Wissen erweitern.

IFKA-Konferenz Berlin 2001

Aber das Lernen via Internet birgt auch Risiken. Das grenzenlose Qualifizierungsangebot wird schier unüberblickbar. Etablierte Bildungsanbieter in Deutschland kämpfen mehr und mehr nicht nur mit internationaler, sondern auch mit virtueller Konkurrenz.
Um ihre Position zu stärken, versuchen deutsche Bildungsanbieter zunehmend, auf ausländischen Märkten Fuß zu fassen.

Doch Bildung „Made in Germany“ wird trotz hoher Qualität im Ausland bisher nur wenig angenommen. Mit Hilfe einer Marketinginitiative des BMBF soll sich das bald ändern.


Um all diese Herausforderungen zu meistern, sind die Aufgeschlossenheit und Lernfähigkeit jedes einzelnen und jedes Unternehmens, aber auch die Flexibilität der deutschen Berufsbildung mehr denn je gefragt.


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