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FINNLAND
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Finnland
"Die lernfreudige Nation" |
Ergebniszusammenfassung:
Zusammenfassung der IFKA-Reise 2003/I nach Finnland
Jens Stuhldreier
Finnland ist ein Land, mit dem uns durch die Jahrzehnte – seit den Zeiten der Hanse und der Reformation – unzählige wirtschaftliche, kulturelle und nicht zuletzt menschliche Bande verknüpfen. Aktuell ist das Land im hohen Norden nach der Veröffentlichung der PISA-Studie 2001 bildungspolitisch stark in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses getreten. Alles begann damit, dass eine Studie zu Lernleistungen in den OECD-Ländern ergab, dass finnische Kinder bei der Lesefähigkeit, in naturwissenschaftlichen Fächern und in Mathematik Spitzenklasse sind – im Gegensatz zu Deutschland. In der Presse wurde Finnland unter anderem als Klassenbester, Musterschüler, PISA-Sieger, Spitzenland und Weltmeister bei der Schulbildung bezeichnet. In Deutschland ist dadurch ein starkes Informationsbedürfnis für diese auf der pädagogischen Landkarte bisher in weiter Ferne liegende Region geweckt worden (PISA-Tourismus).
Nachfolgend wird in angemessen gedrängter Form versucht, Charakteristisches und Wesentliches zu den Fachberichtsthemen Aufbau und Strukturen des finnischen Bildungssystems, Finnland und die PISA-Studie, Lebenslanges Lernen in Finnland, Individuelle Förderung und Attraktivität der Berufsbildung zum Ausdruck zu bringen. Es handelt sich dabei nicht um wissenschaftlich erhobene und abgesicherte Daten, sondern um unmittelbar aufgenommene und aktuelle Eindrücke und Erkenntnisse aus 12 Bildungs- und Wirtschaftsinstitutionen, die von der deutschen Delegation innerhalb von zehn Tagen besucht wurden.
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Fachberichte:
Finnland und die PISA-Studie
Berufsbildung in Finnland
Individuelle Förderung
Lebenslanges Lernen
Attraktivität der Berufsbildung
Berufsbildungssystem: Finnland
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Finnland und die PISA-Studie
Brigitte Albrecht, Thomas Horn, Stephan Deichgräber |
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Nach der Veröffentlichung der PISA-Studie Ende 2001 ist Finnland stark in den Mittelpunkt des Interesses getreten. Finnland wurde von so vielen deutschen Politikern und Journalisten besucht, dass in der Öffentlichkeit schon vom sogenannten PISA-Tourismus die Rede war. In der Presse wurde Finnland unter anderem als Klassenbester, Musterschüler, PISA-Sieger, Spitzenland und Weltmeister bei der Schulbildung bezeichnet. Das Land der Dichter und Denker hingegen als Schlusslicht im internationalen Bildungsvergleich, seit den 70er Jahren eine von der breiten Öffentlichkeit erneut wahrgenommene deutsche Bildungskatastrophe. Was folgte, war eine weniger faktenorientierte Diskussion, vielmehr fühlte sich fast jeder im Land dazu aufgefordert, subjektive Sichtweisen zu vertreten, um politisch motivierte Argumentation scheinbar objektiv zu untermauern.
Mit TIMSS und PISA ist eine breite und intensive öffentliche Diskussion über Bildungsfragen angefacht worden. Hierin liegt die Chance, wenigstens für einen Teil der durch sie aufgedeckten Probleme konsensfähige Lösungen zu finden. Die nachfolgenden Fachberichte leisten dazu einen wertvollen Beitrag ...
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Das finnische Berufsbildungssystem - Aufbau und Funktion des finnischen Bildungssystems im Allgemeinen und des finnischen Berufbildungssystems im Besonderen
Jeannine Sonnefeld Franz-Josef Schäfers Ernst-Friedrich Sander
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Berufliche Bildung hat in Finnland eine junge Tradition und basiert im Unterschied zu Deutschland nicht auf historisch gewachsenen Strukturen und Traditionen. Bis zu Beginn der 50er Jahre war das Land eine Agrarnation und erlebte erst seit diesem Zeitpunkt eine rasche Industrialisierung und einen wirtschaftlichen Aufschwung. Seit einigen Jahren sind in Finnland Entwicklungen erkennbar, die in Ergänzung zu der überwiegend ganztägigen und vollzeitschulischen Berufsausbildung eine Erhöhung der Praxisanteile durch das Lernen am Arbeitsplatz und durch die Lehrvertragsausbildung vorsehen. Der nachfolgende Fachbericht bietet für all diejenigen, die aufgrund der guten Ergebnisse Finnlands in der PISA-Studie auf das Land im hohen Norden aufmerksam geworden sind, einen fundierten und konzentrierten Einblick in das allgemeinbildende, aber vor allem in das berufsbildende Ausbildungssystem.
Eine aktuellere Ausarbeitung über das finnische Bildungssystem existiert zur Zeit nicht. Lesen Sie selbst!
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Individuelle Förderung
Wilhelm Schüttler |
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In der aktuellen Berichterstattung über Finnland als Bildungswunderland kommt ein Aspekt immer wieder zum Vorschein: die individuelle Förderung der Lernenden. Individuelle Förderung ist somit ein zentrales Element im finnischen Bildungssystem, was durch das folgende Zitat von Jukka Sarjala (ehemaliger Präsident des Zentralamtes für Unterrichtswesen) eindruckvoll zum Ausdruck gebracht wird: Wir haben eine Schule für alle Kinder, denn wir brauchen jeden Menschen in unserer Gesellschaft. Wir können es uns nicht leisten, auch nur einen einzigen Schüler auszugrenzen. In keinem anderen Land sei der Schulerfolg so stark abhängig von der sozialen Herkunft wie in Deutschland, kritisierte demgegenüber Bundesbildungsministerin Bulmahn. "Das ist sozial ungerecht und eine Verschwendung von Begabungen." Nachfolgend analysiert der Autor dieses Fachberichtes die Förderung von Hochbegabten und Lernschwacher in der Schulzeit und während der Ausbildung jeweils im Vergleich zwischen Deutschland und Finnland und schärft das Bewusstsein für eine zielgruppenspezifische Förderung sowohl der Leistungsschwachen als auch der Leistungsstarken.
Ein Bericht, der sich zu lesen lohnt!
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Lebenslanges Lernen (LLL)
Andrea Rekemeyer
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Der Begriff "Lebenslanges Lernen" oder Lebensbegleitendes Lernen ist eines der bildungspolitischen Zauberwörter des neuen Jahrtausends. Lebenslanges Lernen soll Menschen und Betriebe nicht nur in die Lage versetzen, auf den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturwandel problemlösend zu reagieren, sondern Potenziale zu seiner aktiven Gestaltung zu entwickeln. Es bietet jedem Einzelnen die Chance, soziale Anerkennung und individuelle Zufriedenheit zu erlangen, und seine Persönlichkeit in allen Lebensphasen zu entfalten. Die sich stetig wandelnde Arbeitswelt, die Globalisierung der Märkte, die digitalisierte Kommunikation sowie die großen strukturellen Veränderungen der Gesellschaft haben die Bedeutung Lebenslangen Lernens stetig steigen lassen.
Der nachfolgende Beitrag bietet einen deutsch-finnischen Systemvergleich und liefert wertvolle Ansatzpunkte für eine Realisierung Lebenslangen Lernens in Deutschland, denn die bestehenden Systemstrukturen in der Weiterbildung der Bundesrepublik Deutschland sind gegenüber den Postulaten des Lebenslangen Lernens als defizitär zu bezeichnen.
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Attraktivität der Berufsbildung
Heiko Paasch, Mario Hoffmann, Uwe Falke
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In der Bundesrepublik Deutschland wird seit einigen Jahren über die Krise des dualen System heftig diskutiert. Dabei sind zwei grundsätzliche Diskussionslinien erkennbar: zum einen steht die Auseinandersetzung über nachlassende Attraktivität der beruflichen Bildung im Mittelpunkt der Diskussion und zum anderen wird die Krisendiskussion aktuell unter dem Gesichtspunkt des eklatanten Fehlens betrieblicher Ausbildungsplätze geführt. Die Ursachen für nachlassende Attraktivität sind äußerst vielschichtig und können sowohl konjunkturelle auch soziale Komponenten beinhalten. Die Verfasser des nachfolgenden Fachberichtes spüren der interessanten und spannenden Frage nach, welche Maßnahmen und Initiativen in Finnland ergriffen werden, um die berufliche Ausbildung für Jugendliche attraktiver zu gestalten.
Überzeugen Sie sich selbst!
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